DVG-Konsiliarlabor für Clostridium botulinum/Botulinumtoxin in Lebensmitteln am RKI

Botulismus bei Mensch und Tier

Das Konsiliarlabor für Clostridium botulinum/Botulinumtoxin in Lebensmitteln ist im Fachgebiet „Biologische Toxine (ZBS3)“ des Robert Koch-Instituts (RKI) angesiedelt und seit 01.07.2017 von der Deutschen Veterinärmedizinischen Gesellschaft (DVG) ‧benannt. Das Fachgebiet beherbergt seit 2014 auch das Konsiliarlabor für Neuro‧toxin-produzierende Clostridien (Botulismus, ‧Tetanus) des Bundesministeriums für ‧Gesundheit [1].

Elektronenmikroskopische Aufnahme von Clostridium botulinum. | © RKI/Schaudinn

Seit seiner Gründung 2003 beschäftigt sich das Fachgebiet „Biologische Toxine“ mit hochmolekularen Proteintoxinen, die im Zusammenhang mit Bioterrorismus relevant sind. Für die Konsiliartätigkeit stehen Erkrankungen bei Mensch und Tier im Fokus, die durch Botulinum-Neurotoxine und Tetanus-Neurotoxin ausgelöst werden. Verschiedene Nachweisverfahren sind nach ISO 151891 sowie ISO 170252 für klinische Proben, Lebensmittel- und Umweltproben akkreditiert. Das Fachgebiet ist Ansprechpartner für Tierärzte, Ärzte, Mitarbeiter des öffentlichen Gesundheitsdienstes sowie für Sicherheitsbehörden. Die gleichzeitige Tätigkeit als Konsiliarlabor im humanen Bereich sowie im Veterinär- und Lebensmittelbereich ist ungewöhnlich, liefert aber entscheidende Synergieeffekte bei so seltenen Erkrankungen wie Botulismus und Tetanus, ganz im Sinne des One-Health-Konzepts.

 

 

Entnommen aus DTBl 9/2019