Blauzungenkrankheit kehrt nach Deutschland zurück

Erstmals seit Ende 2009 ist in Deutschland wieder die Blauzungenkrankheit vom Serotyp 8 (BTV-8) ausgebrochen.

Geplantes BTV-8-Sperrgebiet, Stand: Dezember 2018. | © Task Force Tierseuchenbekämpfung BW/TSN-Landeszentrale

Wie das Baden-Württembergische Landwirtschaftsministerium mitteilte, wurde das Virus im Rahmen einer Routineuntersuchung in einem Rinderbestand in Ottersweier im Landkreis Rastatt amtlich festgestellt. Der Betrieb steht nun unter behördlicher Beobachtung; darüber hinausgehende Seuchenbekämpfungsmaßnahmen sind in dem Tierbestand derzeit nicht notwendig. Um den Ausbruchbetrieb wird dem Agrarressort zufolge ein Restriktionsgebiet mit einem Mindestradius von 150 km eingerichtet. Dies bedeutet, dass ganz Baden-Württemberg zum BTV-8-Sperrgebiet für Rinder, Schafe, Ziegen und gehaltene Wildwiederkäuer erklärt wird. Betroffen sind aber auch das gesamte Saarland sowie mehrere Landkreise in Hessen und in Rheinland-Pfalz.

Die Sperrzone muss mindestens 2 Jahre aufrechterhalten werden. Erst danach kann Deutschland sich wieder als frei von der Blauzungenkrankheit erklären. Landwirtschaftsminister Peter Hauk rief dazu auf, möglichst alle Rinder, Schafe und Ziegen im Land in den kommenden Jahren gegen BTV-8 und zusätzlich gegen den in Frankreich aufgetretenen Serotyp 4 (BTV-4) zu impfen. Nur so könnten die Seuche erfolgreich getilgt und Tiere aus Baden-Württemberg wieder ohne Einschränkungen in andere Regionen verbracht werden. Verbringen von Wiederkäuern ist laut Ministerium innerhalb von Baden-Württemberg und in andere BVT-8 Sperrgebiete ohne vorherige Impfung oder Laboruntersuchung mit Genehmigung des jeweils zuständigen Veterinäramts möglich, wenn keine Krankheitssymptome vorliegen und die Tiere nicht aus einem gesperrten Betrieb stammen. Der Transport bzw. Export von Wiederkäuern sowie deren Sperma, Eizellen und Embryonen aus Baden-Württemberg in ein nicht reglementiertes BTV8-Gebiet ist dagegen nur zulässig, wenn die Tiere einen wirksamen Impfschutz haben, vorgeschriebene Laboruntersuchungen durchgeführt oder die Tiere mindestens 60 Tage in einem Betrieb gehalten wurden, in dem sie gegen Stechmücken sicher geschützt waren. Kälber, die von Kühen mit einem wirksamen Impfschutz geboren wurden und innerhalb der ersten 6 Lebensstunden von ihren Muttertieren Kolostralmilch bekommen haben, können innerhalb von Deutschland in ein BTV-8-freies Gebiet mit einer Tierhaltererklärung verbracht werden. Für Schlachttiere, die nicht geimpft sind und außerhalb von Baden-Württemberg geschlachtet werden sollen, muss ein sogenanntes Kanalisierungsverfahren eingerichtet werden.

 

Entnommen aus DTBl 1/2019