Neue Erfassungsmaske in der HIT-Equidendatenbank

Behandlung von Fohlen ohne Equidenpass

Equiden gelten gemäß Art. 37 Abs. 1 der Durchführungsverordnung (EU) 2015/2621 als zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt, sofern dies nicht in Abschnitt II Teil II des Equidenpasses unwiderruflich anders festgelegt wird. Ihre Behandlung ist nur unter Beachtung der für Lebensmittel liefernde Tiere geltenden Vorgaben möglich. Dies gilt auch für Equiden, bei denen kein Equidenpass vorliegt.

Meldemaske der HIT-Equidendatenbank zur Arzneimittelanwendung bei Fohlen (Ansicht für Betriebstyp 55. Ansicht für Typen 84/85 identisch, lediglich ohne Auswahl der „Automatischen Transponder-Zuteilung“). | © HIT

Eine Ausnahmeregelung für Fohlen, für die noch kein Equidenpass ausgestellt wurde, sieht die Durchführungsverordnung nicht vor. Daraus resultiert bei Fohlen eine besondere Problematik: Einerseits sind Fohlen, für die noch kein Equidenpass ausgestellt wurde, grundsätzlich als zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt, andererseits wird die Anwendung von Wirkstoffen aus der sog. „Positivliste“ gemäß Verordnung (EG) Nr. 1950/2006 (geändert durch Verordnung (EU) Nr. 122/2013)2 versagt. Damit tritt die Situation ein, dass Stoffe der Positivliste, die explizit für Lebensmittel liefernde Equiden unter Einhaltung einer generellen Wartezeit von 6 Monaten geschaffen wurde, bei Fohlen ohne Equidenpass nicht eingesetzt werden können.

Ebenso können Wirkstoffe, die zum Ausschluss aus der Lebensmittelkette führen, bei einem Fohlen ohne Equidenpass nicht eingesetzt werden, da der Status „nicht zur Schlachtung für den menschlichen Verzehr bestimmt“ nicht dokumentiert werden kann.

 

Entnommen aus DTBl 01/2018