BDL fordert Ausstieg aus der Anbindehaltung

Den Ausstieg aus der Anbindehaltung von Milchkühen hat der Bund der Deutschen Landjugend (BDL) gefordert. Die Haltungsform sei nicht mehr zeitgemäß und nicht zukunftsfähig, betonte der BDL jetzt in einem Positionspapier.

Anbindestall | © WerWil – Eigenes Werk, CC BY-SA 3.0

Zwar sei die Zahl der Rinder in Anbindehaltung in den letzten Jahren in Deutschland stark zurückgegangen; aktuell stehe aber immer noch mehr als ein Viertel des Milchviehs in Anbinde-ställen. Das zeige, dass die Politik der positiven Anreize etwa über Förderhilfen für Stallumbauten „an dieser Stelle versagt hat“, resümiert die Junglandwirte-Organisation. Als Lösung schlägt sie ein Anbindeverbot mit einer Übergangsfrist von 5 Jahren bei ganzjähriger bzw. 10 Jahren bei saisonaler Anbindehaltung vor. Es sollte schleunigst gehandelt werden, um einem „drohenden Abnahmestopp von Milch aus Anbindehaltung durch den Lebensmitteleinzelhandel zuvorzukommen“. In diesem Zusammenhang appellierte der BDL an die politisch Verantwortlichen, die Umstellung selbst stärker zu unterstützen. So dürften Modernisierungen an Stallgebäuden zur Umsetzung von mehr Tierwohl den Bestandsschutz künftig nicht mehr infrage stellen. Daneben müssten Stallneubauten in Naturschutzgebieten schneller genehmigt werden.

 

Entnommen aus DTBl 9/2018