ASP in Deutschland

Mit Stand 20.10.2020 sind in Deutschland 71 Fälle der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Wildschweinen bestätigt worden.

Makrophage, der ein ASF-Virus phagozytiert hat | Public domain

Betroffen waren bis dahin drei Landkreise in Brandenburg; Hausschweinebestände blieben bisher verschont. Unterdessen wurden Anzeichen dafür gefunden, dass die Seuche schon in der ersten Julihälfte nach Deutschland eingeschleppt worden ist.

Nach der Empfehlung eines von der EU-Kommission entsandten Expertenteams des europäischen Veterinär-Notfallteams (EUVET) wurde mit der Errichtung einer „Weißen Zone“ im Radius von 5 km um das Kerngebiet „Sembten/Neuzelle“ begonnen. Dieser Streifen werde mit einem äußeren und einem inneren festen Zaun gesichert. Innerhalb dieses Bereichs würden alle Wildschweine getötet. Parallel dazu werde an der brandenburgisch-polnischen Seite entlang von Oder und Neiße zur Gefahrenabwehr ebenfalls ein fester Wildschutzzaun gebaut. Mehrere Bundesländer haben ihre Bereitschaft signalisierten, sich an der Finanzierung der Zäune zu beteiligen, und auch vonseiten der EU ist eine Co-Finanzierung beim Bau von Wildzäunen möglich.

Da in den eingerichteten Restriktionsgebieten über 300 schweinehaltende Betriebe mit ca. 85 000 Tieren liegen, hat das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) bei der EU-Kommission erreicht, dass es nun Schlachtmöglichkeiten gibt. Das war aus Tierschutzgründen notwendig, da sonst zunehmend ein Platzproblem in den Ställe drohte.

Die Agrarministerkonferenz war sich in ihrer Sitzung im September einig, dass die ASP-Bekämpfung eine Aufgabe von nationaler Bedeutung darstelle, die eine solidarische Kraftanstrengung aller erfordere. Die Landwirtschaftsminister bekannten sich zur Praxis der Regionalisierung, die den Handel, die Schlachtung sowie die Verarbeitung von Schweinen aus Nichtrestriktionsgebieten ohne Einschränkung ermöglichen soll. Auch diverse Landwirtschaftsverbände forderten inzwischen u. a. die Gründung einer Bund-Länder-Taskforce unter Einbeziehung der Wirtschaftsbeteiligten.

Während die Afrikanische Schweinepest nun also auch die deutschen Landwirte in Atem hält, grassiert die Tierseuche in Polen unvermindert weiter – dort auch in Hausschweinebeständen. Selbstverständlich sind alle Schweinehalter hierzulande aufgefordert, sich mit sorgfältiger Befolgung der Biosicherheitsmaßnahmen vor der Einschleppung der ASP zu schützen.

 

Entnommen aus DTBl 11/2020