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ASP bleibt bedrohlich

Nach einer zeitweiligen Beruhigung flammt die Afrikanische Schweinepest (ASP) in Polen wieder spürbar auf. Allein in den ersten zwei Dezemberwochen 2018 wurden mehr als 100 neue ASP-Fälle bei Wildschweinen nachgewiesen, nachdem die Zahl infizierter Tiere im Oktober auf unter zehn pro Woche gesunken war.

© Claudia Pfister

Der Anstieg zum Jahresende ist allerdings keine neue Entwicklung, sondern wurde in ähnlicher Form auch in den Vorjahren beobachtet. Sorge bereitet den Veterinärbehörden der Umstand, dass immer öfter Wildschweine mit teilweiser Immunität gegen die ASP aufgefunden werden. Dies bedeute, dass etwa jedes fünfte Wildschwein zumindest ansatzweise gegen die Seuche resistent sein könnte und die Krankheit daher wesentlich weiter verbreiten könne als andere Tiere, die bereits nach kurzer Zeit verendeten. Der polnische Landwirtschaftsminister Jan Krzysztof Ardanowski sprach sich für eine völlige Beseitigung des Schwarzwildbestands in den bereits von der Seuche betroffenen Regionen sowie in angrenzenden Gebieten aus. Ihm zufolge ist der Gesamtbestand an Schwarzwild groß genug, um sich nach Ausmerzung der ASP rasch wieder zu erholen. Auch EU-Gesundheitskommissar Vytenis Andriukaitis hält die„unkontrollierte“ Ausbreitung der Wildschweine in Europa für einen relevanten Faktor bei der „Ausbreitung und Persistenz“ des Virus.

Aus dem südbelgischen Infektionsgebiet der ASP ist die Tierseuche westwärts näher an Frankreich herangerückt. Der Fundort liegt laut belgischem Bauernverband nur 2 km von der französischen Grenze entfernt. Als Reaktion wurden die Puffer- und Überwachungszonen erweitert. In der Überwachungszone wird die vollständige Eliminierung der Wildschweine angestrebt.

In Russland sind nach offiziellen Angaben im vergangenen Jahr gut 250 Ausbrüche der ASP in Hausschweinbeständen aufgetreten. In der Europäischen Union einschließlich der Ukraine gab es bis 18.12.2018 nach Angaben des Tierseuchenmeldesystems (ADNS) insgesamt 1  435 ASP-Ausbrüche in Nutzschweinbeständen; im Jahr 2017 waren es nur 248 Fälle gewesen. Mit 1 150 Virusnachweisen waren dabei die rumänischen Hausschweinehalter mit Abstand am stärksten betroffen; dahinter folgten Polen mit 109 und die Ukraine mit 104 Ausbrüchen. Zudem gab es EU-weit bis Mitte Dezember 2018 fast 6 000 ASP-Fälle bei Wildschweinen.

In Nordrhein-Westfalen wurde indes die Wildtierseuchenvorsorgegesellschaft (WSVG) gegründet, um bei einem Ausbruch der ASP den Erreger der Tierseuche in den heimischen Wildtierbeständen wirksam bekämpfen zu können. Die Gesellschaft sei u. a. für Vorhaltemaßnahmen in Bezug auf Wildtierseuchen zuständig. Im Seuchenfall solle sie der jeweiligen Kreisbehörde mit dem Material und Fachkompetenz zur Seite stehen. Die WSVG hat dazu z. B. Zäune angeschafft, um Kernzonen im Radius von 4 bis 5 km um den Seuchenherd einrichten zu können.

 

Entnommen aus DTBl 2/2019