Arzneimittel, Futtermittel

Antibiotika-Resistenz-Tests | Graham Beards, CC

EU-Prüfer loben finnisches Antibiotikamanagement

Finnland ist für seine vorbeugenden Maßnahmen und Regeln zum Einsatz von Antibiotika in der Tierhaltung gelobt worden. Wie das Europäische Lebensmittel- und Veterinäramt (FVO) in einem Bericht hervorhebt, haben die umfassenden und langjährigen Strategien zur Verfügbarkeit von antimikrobiellen Wirkstoffen sowie die Initiativen zur Schärfung und Erhaltung der Sensibilität für Antibiotikaresistenzen zu relativ niedrigen und stabilen Verkaufszahlen von Antibiotika geführt und einen umsichtigen Einsatz gefördert. Diese Faktoren seien auch durch Maßnahmen zur Verbesserung der Tiergesundheitslage in Finnland verstärkt worden. Ungeachtet der Tatsache, dass die amtlichen Kontrollen ebenfalls zu diesem Ziel beigetragen hätten, sei die Umsetzung dieser Maßnahmen und Initiativen v. a. durch die Zustimmung und aktive Beteiligung von Tierärzten und Herstellern sichergestellt worden, heißt es in dem Bericht. Die Prüfer räumen ein, dass nicht festgestellt werden könne, welche Auswirkungen jede einzelne Maßnahme gehabt habe. Die Analyse der verfügbaren Daten und der Vergleich mit der von anderen Mitgliedstaaten geschilderten Situation zeige dennoch, dass die Maßnahmen und Initiativen dazu beigetragen hätten, die Entwicklung von Antibiotikaresistenzen in Finnland zu verlangsamen.
Das FVO hatte im Mai 2016 einen Sondierungsbesuch durchgeführt, um Informationen über die praktische Umsetzung von Maßnahmen zur Bewältigung der Resistenzprobleme gegen antimikrobielle Wirkstoffe durch die Verwendung von Tierarzneimitteln einzuholen und beispielhafte Verfahren zu ermitteln. Die Inspektoren halten „verschiedene Aspekte der Maßnahmen“ aus Finnland als nachahmenswerte Beispiele für andere Mitgliedstaaten, gehen dazu aber nicht weiter ins Detail.

USA verschärfen Regeln für den Antibiotikaeinsatz bei Nutztieren

In den USA gelten seit Anfang dieses Jahres strengere Regeln für den Einsatz von Antibiotika bei der Fütterung von Nutztieren, deren Produkte für die menschliche Ernährung bestimmt sind. Wie aus den neuen Vorgaben der Behörde für Lebensmittelsicherheit (FDA) hervorgeht, dürfen Antibiotika, die in der Humanmedizin genutzt werden, nun nicht mehr als Wachstumsförderer eingesetzt werden. Darüber hinaus sind viele bislang frei erhältliche Antibiotika jetzt verschreibungspflichtig. Davon betroffen sind die Wirkstoffe Chlortetracyclin, Erythromycin, Gentamicin, Lincomycin, Neomycin, Oxytetramycin, Penicillin, Spectinomycin, Sulfadimethoxin, Sulfaquinoxalin und Tetraczyclin. Außerdem muss seit dem 1. Januar der Einsatz von bestimmten humanmedizinisch wichtigen Antibiotika in der Nutztierhaltung durch Tierärzte überwacht werden. Dabei haben sich die Landwirte und auch Mischfutterhersteller, die Futtermittel mit Antibiotika produzieren, an schriftlich fixierte Anwendungsvorschriften der Veterinäre zu halten. Dies betrifft die Wirkstoffe Chlortetracyclin, Sulfamethazin, Penicillin, Hygromycin B, Lincomycin, Oxytetracyclin, Neomycin, Sulfadimethoxin, Ormetoprim, Tylosin und Virginiamycin

Entnommen aus Deutsches Tierärzteblatt 2/2017