Arbeitende Herdenschutzhunde in Deutschland

Der Einsatz von Herdenschutzhunden gehört in Deutschland zu den geförderten Maßnahmen zum Schutz von Tierherden gegen Beutegreifer. Entsprechend der zunehmenden Verbreitung des Wolfs nimmt die Zahl arbeitender Hunde stetig zu. Eine einheitliche Regelung der Zucht, Ausbildung und Nutzung sowie des Verbleibs nicht arbeitsfähiger Herdenschutzhunde steht bislang aus.

Pyrenäenberghund-Rüde. | Alle Fotos © Ulrike Beerkotte

Seit der ersten Reproduktion von freilebenden Wölfen, gleichbedeutend mit der ersten Rudelbildung, in Deutschland im Jahr 2000 in der Muskauer Heide, Sachsen [1], steigt ihre Anzahl in Deutschland rasant an und damit ihre Verbreitung. Der Datenbank der Dokumentations- und Beratungsstelle des Bundes zum Thema Wolf (DBBW) ist eine Zunahme der Wolfsterritorien um 30 Prozent pro Jahr zu entnehmen [2]. Gerhards [3] geht Ende 2019 von 1 500 bis 2 000 Wölfen in Deutschland aus.

Schutz von Weidetieren

Durch diese Entwicklung erreicht der Schutz von Weidetieren eine neue Dimension. Vor der Rückkehr des Wolfs musste nur der Ausbruch von Weidetieren durch Zäune verhindert werden. Heutzutage sollen Zäune das Eindringen von Wölfen und damit die Jagd auf Weidetiere unterbinden. Betrachtet man die Zäune in Wolfsgehegen, wird schnell klar, dass landschaftsverträgliche Weidezäune als alleiniges Mittel keine ausreichende Sicherheit der Weidetiere garantieren können. Wanderschaf- und -ziegenherden sind per se ungeschützt. Für Deichschäfereien ist zudem der Wind ein limitierender Faktor beim Zäunen, in den Alpen zusätzlich die Bodenverhältnisse.

In Ländern, in denen Großraubtiere nie ausgerottet waren, schützen spezielle Hunde die Herden, sog. Herdenschutzhunde (HSH), die nun auch in Deutschland nicht mehr ausschließlich als Familienhunde gehalten werden, sondern zunehmend wieder ihre ursprüngliche Aufgabe wahrnehmen.

 

Entnommen aus DTBl 3/2021