Antibiotikaeinsatz weiter verringern und Tiergesundheitsdatenbank ‧einrichten

Nachbesserungen bei der Verringerung des Antibiotikaeinsatzes in der Nutztierhaltung sowie die Initiierung einer zentralen Tiergesundheitsdatenbank hat die Agrarministerkonferenz (AMK) gefordert.

Erythromycin A

Bei ihrem Treffen Ende September in Mainz begrüßten die Landesagrarminister zwar, dass durch die 16. Novelle des Arzneimittelgesetzes im Jahr 2014 und die Änderung der Verordnung über tierärztliche Hausapotheken (TÄHAV) im Jahr 2018 eine deutliche Verringerung der Menge der in der Tiermedizin eingesetzten Antibiotika erreicht worden sei. Davon ausgenommen sei allerdings der Bereich der Masthühner- und Mastputenhaltung. Hier sei der Antibiotikaeinsatz nahezu unverändert geblieben. Und der Einsatz von Makroliden und Polymyxinen – laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) absolut wichtige Antibiotika – nehme seit 2016 sogar wieder zu. Vor diesem Hintergrund appellierte die AMK, Makrolide und Polymyxine in der TÄHAV einer Antibiogrammpflicht zu unterwerfen. Daneben zeigten sich die Ressortchefs davon überzeugt, dass dem Antibiotikaeinsatz in der Geflügelmast durch eine gezielte Zucht auf robuste, vitale Tiere sowie verbesserte Haltungsbedingungen begegnet werden kann. Es gehe darum, eine Verbesserung der Tiergesundheit zu erreichen. Für deren Dokumentation und Bewertung sah es die AMK als wichtig an, tiergesundheitsbezogene Indikatoren wie die Tierverlustrate und Schlachtbefunde zu etablieren. Ferner solle die Länderarbeitsgemeinschaft Verbraucherschutz (LAV) gemeinsam mit dem Bund alle vorliegenden Informationen zu einem kohärenten, tragfähigen Datenkonzept zusammenfügen. Das Bundeslandwirtschaftsministerium wurde dazu aufgefordert, die rechtlichen Voraussetzungen für eine zentrale Tiergesundheitsdatenbank zu schaffen.

 

Entnommen aus DTBl 11/2019