Afrikanische Schweinepest erstmals in Nutztierbeständen festgestellt

10 Monate nach dem ersten Nachweis der Afrikanischen Schweinepest (ASP) in der Wildschweinpopulation im Land Brandenburg wurde das Virus im Juli in Hausschweinbeständen festgestellt.

Mit ASP infizierter Makrophage | Public Domain

Betroffen waren ein Bestand im Landkreis Spree-Neiße und zwei Kleinstbestände in Märkisch Oderland. Alle Haltungen wurden sofort durch die zuständigen Veterinärämter gesperrt und die notwendigen Maßnahmen eingeleitet.

Das Virus wurde zunächst vom Landeslabor Berlin-Brandenburg nachgewiesen. Am 15. und 17.07.2021 hat das nationale Referenzlabor,  das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI), den Verdacht auf ASP bestätigt. Verbraucherschutzministerin Ursula Nonnemacher dankte den Behörden vor Ort für das schnelle und konsequente Handeln. Dass die Fälle offenbar schnell gefunden wurden zeige, dass das Tierseuchenmonitoring funktioniere. Wichtig sei nun, zügig die Ursache für den Eintrag in die Schweinebestände zu finden. Die dafür notwendigen Ermittlungen seien eingeleitet, unterstützt durch die Task Force des Landes Brandenburg und Spezialisten des FLI.

In dem Betrieb im Landkreis Spree-Neiße wurde das Virus bei einem verendeten Tier im Rahmen des ASP-Monitorings nachgewiesen. Auf Anordnung des zuständigen Veterinäramts wurden die 200 Tiere des Bestands getötet und unschädlich beseitigt. Auch in den Kleinstbetrieben im Landkreis Märkisch Oderland wurden die üblichen Maßnahmen durchgeführt. Die Schweinehalter können durch die Tierseuchenkasse entschädigt werden.

In Brandenburg werde gegen einen enormen Seuchendruck aus Polen gekämpft. Der feste Zaun entlang Oder und Neiße sei geschlossen und man habe inzwischen sechs Kerngebiete, in denen durch systematische Fallwildsuche und Entnahme die ASP in Brandenburg eingedämmt wurde, erklärte Nonnenmacher. Leider sei trotzdem ein Ausbruch in Hausschweinebeständen nicht ganz auszuschließen gewesen.

Laut dem Ministerium für Soziales, Gesundheit, Integration und Verbraucherschutz (MSGIV) des Landes Brandenburg wurde die ASP bislang bei 1 267 Wildschweinen festgestellt. Hausschweine waren zuvor nicht betroffen. Um weitere Ausbrüche bei Hausschweinehaltungen zu vermeiden, appellierte die brandenburgische Verbraucherschutzministerin an alle schweinehaltenden Bestände, die strengen Biosicherheitsmaßnahmen weiterstrikt einzuhalten, gerade auch in Kleinstbetrieben.

 

Entnommen aus DTBl 8/2021