Auswertung der nach DIMDI-AMV übermittelten Daten 2019 und Vergleich zu den Vorjahren

Abgabemengenerfassung von ‧Antibiotika in Deutschland 2019

In Deutschland melden seit 2011 pharma‧zeutische Unternehmen und Großhändler die ‧jährlichen Abgabemengen von Antibiotika und hormonell wirksamen Stoffen an Tierärzte bis zum 31. März des Folgejahres an das Deutsche Institut für Medizinische Dokumentation und Information (DIMDI). Das DIMDI ist seit dem 26.05.2020 Teil des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM). Die Auswertung erfolgt durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Die Ergebnisse für 2019 werden hier zusammengefasst und mit den Zahlen aus den vorhergehenden Jahren verglichen.

Antibiotikaabgabemengen je Postleitregion (Grundsubstanz in t) in Deutschland in 2019. | © BVL

Der Einsatz von Antibiotika dient dem Ziel, Tiere mit einer bakteriellen Infektionskrankheit zu behandeln und damit die Tiergesundheit und den Tierschutz zu fördern. Der Einsatz ist gleichermaßen auf den Schutz des Verbrauchers vor Zoonosen ausgerichtet. Der therapeutische Erfolg bei der Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten wird zunehmend durch das Auftreten von Antibiotikaresistenzen erschwert. Mittlerweile stellt die Resistenz von Bakterien gegen Antibiotika eine globale Bedrohung in der Human- und Veterinärmedizin dar. Dass Antibiotikaresistenzen eine steigende weltweite Bedrohung für die Gesundheit darstellen, wird von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) deutlich hervorgehoben [1]. Diese Entwicklung wird unterstützt durch einen übermäßigen und nicht zielgerichteten Einsatz von Antibiotika in Verbindung mit dem Fehlen neuer Zulassungen [2, 3, 4, 5, 6]. Die Erkenntnis, dass es eine nachweisbare Verknüpfung zwischen der Antibiotikaresistenz im Human- und Veterinärbereich sowie in der Umwelt und dem Lebensmittelsektor gibt, hat dazu geführt, dass wir von „One Health“ bzw. „Eine Gesundheit“ sprechen [7, 8]. Der Begriff verdeutlicht die zwingende Notwendigkeit der interdisziplinären Zusammenarbeit bei der Lösung des Resistenzproblems. Diese Feststellung deckt sich mit zahlreichen Stellungnahmen und Empfehlungen, dass nur der therapeutisch notwendige und intelligente Einsatz von Antibiotika im Human- wie Veterinärbereich zielführend ist und mehr Investitionen für Infektionsprävention und -bekämpfung notwendig sind [9, 10, 11].

 

Entnommen aus DTBl 9/2019