Auswertung der nach DIMDI-AMV eingereichten Daten 2016 und Vergleich mit den Daten aus den Vorjahren

Abgabemengenerfassung antimikrobiell wirksamer Stoffe in Deutschland 2016

In Deutschland sind pharmazeutische Unternehmen und Großhändler seit 2011 gesetzlich dazu verpflichtet, die Menge der an Tierärzte abgegebenen antimikrobiellen Substanzen zu melden. Die Auswertung erfolgt durch das Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL). Das Ergebnis für 2016 wird hier zusammengefasst und mit den Zahlen aus den vorhergehenden Jahren verglichen.

Abgabemengen antimikrobiell wirksamer Grundsubstanz je Wirkstoffklasse (in t) 2016. | © BVL

Die Behandlung bakterieller Infektionskrankheiten wird zunehmend durch das Auftreten von Antibiotikaresistenzen erschwert. Der Einsatz von Antibiotika in der Veterinär- genauso wie in der Humanmedizin führt zu einem erhöhten Selektionsdruck auf entsprechende Bakterien [1, 2, 3]. Auch Konzentrationen unterhalb der minimalen Hemmstoffkonzentration können, solange sie über der minimalen Selektionskonzentration liegen, zur Resistenzbildung, -selektion und -verbreitung beitragen [4, 5, 6, 7, 8]. Die stetig zunehmenden Resistenzen bakterieller Krankheitserreger gegen Antibiotika ließ die G7-Staaten im Juni 2015 in ihrer Abschlusserklärung deutlich machen, dass sich durch die Globalisierung Resistenzen immer schneller weltweit verbreiten können und dass es zum „One Health“-Ansatz keine Alternative gibt [9]. Dieser vereint die interdisziplinäre Betrachtung von u. a. Human- und Veterinärmedizin sowie der Umwelt. Antibiotikaresistenzen stellen dabei einen wichtigen Aspekt dar [10, 11, 12]. Diese Feststellung deckt sich mit zahlreichen Stellungnahmen und Absichtserklärungen, dass nur der fachgerechte und intelligente Einsatz von Antibiotika im Human- wie Veterinärbereich zielführend ist und mehr Investitionen für Infektionsprävention und -bekämpfung notwendig sind [13, 14, 15].

 

Entnommen aus DTBl. 12/2017