Appell an Politik

„4. Weg“ ist nicht gangbar

In einem Schreiben an die Landwirtschaftsminister von Bund und Ländern sowie an die Mitglieder des Landwirtschaftsausschusses des Deutschen Bundestags fordert der Deutsche Tierschutzbund, am Verbot der betäubungslosen Ferkelkastration ab 2019 festzuhalten.

Bei Fehlanwendung der Kastration mit Lokalanästhesie massive Nebenwirkungen

Der sogenannte „4. Weg“, die Kastration mit Lokalanästhesie, dürfe aus Sicht des Verbands keine Alternative sein und wäre ein Rückschritt im Tierschutz.

Drei Alternativmethoden zur betäubungslosen Ferkelkastration, die Mast von unkastrierten Ebern, die Impfung gegen Ebergeruch (Immunokastration) und die chirurgische Kastration unter Vollnarkose und mit Schmerzmedikation, hätten sich bisher als praktikabel und tierschutzkonform herauskristallisiert. Der „4. Weg“ sei dagegen unabhängig vom verwendeten Lokalanästhetikum ausdrücklich abzulehnen. Verschiedene Studien belegten, dass die Methode zusätzlich Schmerzen und Stress verursache und den Schmerz während der Kastration nicht ausreichend ausschalte. Zudem sei die Methodik technisch herausfordernd, da bei Fehlanwendung massive Nebenwirkungen, bis hin zum Tod des Tieres, auftreten könnten.

Das oft von Verfechtern der Methode angeführte Argument, das Verfahren werde in anderen europäischen Staaten, etwa Norwegen oder Schweden, erfolgreich angewendet, versuche aus Sicht der Tierschützer über bestehende wissenschaftliche und praktische Erkenntnisse hinwegzutäuschen. Denn auch Experten dieser Staaten äußerten Kritik an Wirksamkeit und Praktikabilität.

 

Entnommen aus DTBl 5/2018